meta name="robots" content="index,follow" PK76 Scalemodeling: Major John R. Reynolds - Ein Teil Ingolstädter Geschichte google-site-verification=yu1P51S0UHY0H83Y4vi3KiS4z4gOLgnJ8hVJCklpGw4

Major John R. Reynolds - Ein Teil Ingolstädter Geschichte

John R. Reynolds ingolstadt


Es gibt im Modellbau immer wieder Projekte die einem besonders am Herzen liegen. Dies ist eines das ich schon seit langer Zeit in Planung habe. Der besondere Bezug zu dem Projekt kommt durch den Ort der Handlung. Major Reynolds wurde über Ingolstadt abgeschossen. Die Maschine stürzte ganz in der Nähe meiner ehemaligen Schule ab.
Als das Gelände vor ein paar Jahren bebaut wurde, wurden die Reste der P-51 geborgen. Durch einen Bekannten bekam ich eine Cal.50 Patrone aus dem Wrack.

Artikel im Donaukurier



Aufmerksam auf den Teil Geschichte meiner Heimatstadt wurde ich durch mehrere Artikel in der Ingolstädter Zeitung "DONAUKURIER"

Major Reynolds´ überleben und sterben

Major Reynolds´ Flug in den Tod

Aus der Tiefe der Geschichte



Was mich an der Geschichte am meisten nachdenklich machte war die feige Ermordung durch NSDAP-Funktionäre. Wer 1944 als überzeugter Nazi noch in der Heimat war, war entweder feige, untauglich oder zu alt um zu kämpfen. Das Alter war es nicht, eine Behinderung kann man ausschließen. Bleibt also nur noch ein Grund warum die Mörder noch in Ingolstadt waren....
Die beiden Täter wurden 1947 durch die US Armee zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die Prozeßakte lässt sich HIER nachlesen.

Geschichte wird lebendiger wenn man ein Gesicht damit verbinden kann:


John R Renolds
Quelle: www.littlefriends.co.uk/


Modellbau trifft Geschichte.



Relativ schnell war mit klar das ich Major Reynolds Mustang bauen wollte. Stellte sich doch als erstes die Frage der Einheit, Markierungen und der Version.


www.littlefriends.co.uk


 Die Seite aus UK ist eine große Hilfe wenn man etwas über amerikanische Jagdflugzeuge und Piloten aus dem zweiten Weltkrieg herausfinden will. Innerhalb weniger Sekunden wissen wir nun folgendes:


www.littlefriends.co.uk
Quelle:www.littlefriends.co.uk



Die Kennung der Maschine ist "6N-B"; Seriennummmer: "44-14069", keine sonstigen Markierungen wie Spitznamen oder ähnliches. Auch ein Hinweis zu den Untersuchungen zum Verlust der Maschine (MACR-Nr) findet sich.


In der Regel ist es gut seine Ergebnisse durch eine zweite Quelle bestätigen zu lassen:
44-14069 John R. Reynolds
Quelle: www.americanairmuseum.com


339th Fighter Group Mustangs


339th fg p-51d mustang

Quelle:wikimedia.org

Die Mustangs der 339th FG waren in Naturaluminium. Ein schwarzer Streifen auf der Motorhaube sollte verhindern das die Piloten durch die Sonne geblendet wurden. An der Nase befindet sich ein rot-weiß karierter Streifen. Der Spinner war weiß mit einem roten Streifen in der Mitte. Das Foto gibt auch einen Hinweis auf den allgemeinen Eindruck. Gepflegt, aber mit Gebrauchsspuren. Die Metallteile waren nicht auf Hochglanz poliert wie es oft fälschlicherweise auf vielen Modellen dargestellt wird. Der Lack und die Aluminiumteile wirken eher matt.

Die dritte Maschine von unten trägt das Rufzeichen "6N-B". Jedoch stimmt die Seriennumer nicht. Die Seriennummer "14527" ist ein Hinweis das die Aufnahme nach dem Dezember 1944 entstanden ist. Es werden die Piloten Lt.Booth und Burch dieser Maschine zugewiesen.


Markierung der Maschine 14069


Es ist davon auszugehen das die Maschine die Standard Markierungen der Einheit trug. Keinerlei persönliche Markierungen sind bekannt.


Rufzeichen: 6N - B
Seriennummer 14069


Erzielter Luftsieg?



John R. Reynolds
Quelle:339thfg.com


Während meiner Recherchen bin ich auf ein Archiv mit Aufnahmen aus der Zielkamera der Maschine gestoßen. Dort wird unter anderem der Abschuß einer FW-190 dokumentiert. Ich konnte jedoch keine weitere Bestätigung für den Luftsieg finden und werde kein "Killmark" an dem Modell anbringen.
Die letzten Ziele von Reynolds zeigen das er für Tiefflugangriffe eingesetzt wurde. Nicht selten wurden wurden Zivilisten Opfer solcher Angriffe. Mein Vater brichtete mir auch von solchen Erlebnissen. Als Kind musste er auf dem Feld helfen. Mehrmals wurden Sie dabei von alliierten Tieffliegern beschossen.

Invasionsstreifen


Im Juni 1944 erfolgte die Landung der Alliierten in der Normandie. Um die eigenen Flugzeuge schnell und einfach von den feindlichen zu unterscheiden wurden sie mit "schwarz-weiße" Streifen versehen.

Diese Zeichnung zeigt eine Beispiel-Maschine für den Zeitraum der Invasion. Schwarzer Antiblendstreifen, Invasionstreifen und die schwarzen Streifen für "ETO". Diese Variante wurde bis zum 10 September 1944 geflogen.








P-51D Invasion Stripes
Quelle: www.91stbombardmentgroup.com
Ab dem 10.September 1944 wurde folgende Variante befohlen. Unsere Maschine wurde am 10.September abgeschossen. Ich gehe davon aus die Maschine noch die frühere Variante trug. Die Invasionsstreifen unter Hektik aufgebracht und die Maschinen in dauerndem Einsatz. Aus diesem Grund werde ich diese "gebraucht" darstellen.




Welche Version ist die richtige?



Wie alle Flugzeuge wurde die Mustang kontinuierlich verbessert. Dieser ewige Veränderungsprozess macht es für uns Modellbauer nicht immer leicht die richtige Variante zu finden. Schließlich soll ja alles möglichst hirtorisch Koerrekt sein. Ein Teil der Modellbau-Spezies sind die ewigen Nörgler, "Das hat es nie gegeben" -Sager und Besserwisser. Nun versuche ich mal nach besten Wissen und Gewissen die richtige Variante heraus zu finden.

Die Seriennummer 44-14069 identifiziert die Maschine als Version P-51D 10NA. Diese Maschine entspricht der Version 5NA. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist der bei 10NA einführte "Dorsal-Fin". Das ist eine Verstärkung am Rumpfrücken zum Seitenleitwerk.






Das Modell

Für das Modell werde ich auf die neue P-51D von Eduard in 1/48 zurückgreifen. Zum Bau des Modells werde ich euch bei Zeiten berichten. 


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Viele Grüße

Peter

Kommentare:

  1. Hallo Peter, eine schöne Geschichte ist das. Wenn man als Modellbau er solches Hintergrundwissen hat, einfach toll.
    Ich baue zur Zeit auch eine P51 Mustang. Laut Beschreibung sind zwei Anstriche vorgesehen. Auf Grund deiner Geschichte werde ich auch diese Farbkombination wählen. Dann weiß ich, dass sie geschichtlich fundiert ist.
    Weiterhin viel Spaß beim "Geschichten erzählen" und viel Glück beim Modellbau. Viele Grüße Ingo

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    1. Hallo Ingo,
      vielen Dank! Ich freue mich wenn es dir gefällt.
      Welches Modell baust du? Tamiya, Revell oder Trumpeter?

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  2. Tag,

    Der Themenbereich interessiert mich seit langem! Du scheinst offenbar überaus qualifiziert.

    MfG,
    Wajos

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  3. Lieber Peter,

    als ich Deinen Artikel fand, Maik hatte Deinen link auf seiner Seite, war ich im ersten Moment erstaunt, (keine Leopard1/2 oder U.S. Army GefFz), aber ich muss gestehen.
    Ich bin begeistert!

    Du bist unter die Historiker gegangen!! Die Geschichte von Major John Reynolds ist klasse recherchiert, interessant, aber auch aufrüttelnd.
    Ist es doch etwas Anderes, NUR ein Modell zu bauen. In Verbindung mit einem persönlicher Schicksal zeigt sich die fürchterliche Tragweite des Krieges. Es beruhigt mich zu hören, dass diese verbohrten Radikal-Nazis ihrem "Führer", durch den Henker der U.S. Army, "folgen" durften und ihr armseliges Leben aushauchen und ihre gerechte Strafe gefunden haben!

    Peter, es würde mich sehr freuen weitere Deiner historisch belegte Ereignisse lesen zu dürfen!

    Es ist sehr schade, dass wir uns in den letzten Monaten nicht mehr sehen konnten, da wg. Corona alle, aber auch wirklich alle Modellbau-Ausstellungen abgesagt worden waren! Nur Feststellung, keine Kritik, war, nach meiner Beurteilung korrekt!

    Grüße bitte Deine Frau und die Kinder und passt bitte gut auf Euch auf!
    Mechthild lässt auch grüßen!

    Dein Freund

    Hauke

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    1. Mein lieber Hauke!
      Ich habe heute deinen Kommentar gelesen. Es freut mich ungemein das dir meine Seite gefällt. Modellbau und Geschichte gehören zusammen. Es macht für mich einen Großteil der Faszination an dem Hobby aus.
      Ich konnte übrigens Reste der FLAK-Stellung finden die die P-51 getroffen hat. Mehr dazu demnächst hier.
      Vielen Lieben Dank für die Grüße an meine Lieben! Ich hoffe es geht Mechthild und dir gut!
      Es wäre in der Tat Zeit für ein Treffen. Es gibt viel zu reden!
      Viele Grüße Ingolstadt!
      Peter

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